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Appetit auf mehr seit dem Erdgaspokal
Mit jedem neuen Wettbewerbsjahr wächst die Zahl ehemaliger Schülerköchinnen und Schülerköche, die durch ihre Teilnahme am Erdgaspokal auf den Geschmack gekommen sind und sich für eine gastronomische Ausbildung entschieden haben.
Wir wissen von rund 600 "Ehemaligen", die von 1998 bis 2008 durch die heißen Kochduelle beim Erdgaspokal tatsächlich eine Berufslaufbahn als Koch/Köchin oder Fachwirt/-in im Hotel- und Gaststättengewerbe eingeschlagen haben - ob im Gasthof oder Hotel, in einem Cateringunternehmen, in der Mensa oder einem Klinikum.
Der ursprüngliche Gedanke und das Anliegen des Erdgaspokals tragen damit die ersten Früchte: Einerseits können interessierte Jugendliche frühzeitig praktisch erfahren, was eine Tätigkeit in der Gastronomie bedeutet und sich im günstigsten Fall dafür begeistern. Auf der anderen Seite haben die betreuenden Profis des Verbands der Köche Deutschland ebenfalls die Möglichkeit, ihren Nachwuchs kennen zu lernen und von Anfang an zu begleiten.
Die hohen Anforderungen, welche die Schüler spätestens im Berufsleben erwarten, werden durch die anspruchsvolle Wettbewerbssituation im Bundesvergleich bereits nachempfunden und ganz wie nebenbei kreative Ideen, Freude am Kochen, Teamgeist sowie Bewusstsein für eine gesunde Ernährung gefördert.
Aus Thüringen:
Franz Schreyer aus Stadtroda nahm am siebenten Erdgaspokal teil und wurde mit seinem Team 2004/2005 Bundessieger. Im August 2006 hat er seine Lehre als Koch im Berufsbildenden Zentrum Jena-Göschwitz begonnen. Dort erfährt er eine klassische Ausbildung, die aber sehr praxisorientiert angelegt ist und vielfältige Einblicke bietet, vor allem um Flexibilität und Kreativität zu schulen. Auch Exkursionen stehen im Lehrplan und begeistern den Jungkoch, kann er doch für seinen Ausbildungsbetrieb, das Weinbauernhaus Jena "Im Sack", einige Anregungen mitnehmen. Dessen Besonderheit ist eine Karte mit Speisen, die es nicht in jedem Restaurant gibt - zum Beispiel viele Fischgerichte. Privat zu Hause hat Franz früher schon immer gern gekocht, den Spaß daran während seiner Schulzeit auch in der Regelschule Stadtroda im Fach " Wirtschaft, Recht, Technik" und in der AG Kochen vertieft. "Der Erdgaspokal war für mich der Einstieg in den gastronomischen Beruf. In meinen Bewerbungsunterlagen sind die Urkunden schon aufgefallen und ich wurde im Vorstellungsgespräch auch darauf angesprochen", berichtet der Jungkoch. Für seine Zukunft wünscht er sich, die Ausbildung zunächst erfolgreich abzuschließen und dann möchte er vielfältige Berufserfahrungen sammeln, eventuell auch im Ausland.
Aus Mecklenburg-Vorpommern:
Maik Fetzer aus Rheinsberg war mit seiner Mannschaft, dem Team der Heinrich-Rau-Schule Rheinsberg, im Jubiläumsjahr 2006/2007 des Erdgaspokals dabei. Heute hat er bereits sein erstes Ausbildungsjahr für seinen Traumberuf Koch absolviert und bereut es keine Sekunde, sich für diesen Weg entschieden zu haben. "Seit ich denken kann, wollte ich Koche werden", erinnert sich Maik und kann nicht genau sagen, wie der Wunsch entstand. Vermutlich war die gute Küche seiner Mutter ein Grund. Von ihr hat sich der jetzige Kochlehrling schon im Alter von 12/13 Jahren die ersten Handgriffe in der Küche abgeschaut. Für die Teilnahme am 10. Erdgaspokal konnte er dann mit seinem Team in der modernen und geräumigen Küche der Reha-Klinik Hohenelse trainieren. Hier lernte Maik seinen heutigen Ausbilder Andreas Rohde kennen. "Er hat mich vollends auf den Geschmack gebracht", ist sich Maik Fetzer sicher. Als Schüler absolvierte er bei ihm ein Praktikum und hatte danach nur ein Ziel: Ausbildung zum Koch bei Andreas Rohde. "In der Schule habe ich mit meinen Zensuren darauf hingearbeitet", sagt er. Die Ausbildung bei dem charismatischen Küchenchef und engagierten Landesverbandsvorsitzenden Berlin-Brandenburg des Verbandes der Köche Deutschlands e. V. ist dann auch genau sein Ding, wie Maik glücklich erzählt. "Ich lerne viel, kann viel ausprobieren und profitiere sehr von Herrn Rohdes Erfahrungen, die viel in den Küchen der Welt herumgekommen ist, an Wettbewerben teilnimmt und seine Leidenschaft für die Kochkunst an uns Auszubildende weitergibt." Maiks besonderes Interesse gilt der chinesischen und der molekularen Küche.
Jan Oppermann aus Hernsfelde war mit seiner Mannschaft, dem Team aus Strasburg, 2004/2005 Landesmeister Mecklenburg-Vorpommerns bei Erdgaspokal. Heute befindet er sich im zweiten Lehrjahr zum Koch an der Berufsschule Waren zusammen mit rund 25 Auszubildenden in der Klasse, wovon nur zwei Mädchen sind. Die praktische Ausbildung erfährt Jan Oppermann im Müritz-Hotel in Klink und ist währenddessen dort im Hotelinternat untergebracht. Nicht nur weil seine Mutti gelernte Köchin ist, auch durch seine Teilnahme am Erdgaspokal hat sich sein Entschluss für diese Ausbildung geschärft. "Ich bin in den Beruf gekommen und habe genau gewusst, was mich erwartet. Die Einblicke im Zusammenhang mit dem Wettbewerb haben mir geholfen, den Schritt der Berufswahl leichter zu machen", schildert der Auszubildende. Bei Vorstellungsgesprächen sei er ebenfalls auf den Erdgaspokal angesprochen worden und die Verantwortlichen in den Ausbildungsbetrieben waren über den Kochwettstreit bereits durch die Presse informiert. Nach seiner Ausbildung möchte Jan Oppermann gern ins Ausland. Vor allem interessieren ihn die Küchen von Österreich und der Schweiz. Sich orientieren und ausprobieren, sich vielleicht später sogar mal selbstständig machen - das sind für ihn mögliche Zukunftsoptionen, um möglichst viele Erfahrungen zu sammeln und sich durch die Anregungen selbst zu finden. Flexibel sein und nicht immer ein gleiches Angebot zu haben, so sind auch die Vorgaben in der Ausbildung schon angelegt, immer etwas Neues.
Im Schuljahr 2003/2004 kochte sich Thomas Dugall mit seinem Team der "Schule am Wasserturm" Straßburg" bis ins Finale des siebten Erdgaspokals, nun schließt der Junge bereits seine Ausbildung als Koch ab und möchte am liebsten nach bestandenen Prüfungen auf einem Schiff, wie zum Beispiel bei AIDA, seinen neu erlernten Beruf ausüben. In der "Sportlerklause Straßburg" und der Berufsschule in Anklam ist er gut vorbereitet worden. Thomas empfindet Koch zu sein als angenehmen Beruf, der einfach Spaß macht. Einen guten ersten Einblick hat er durch die Teilnahme am Erdgaspokal bekommen. "Die Vorstellungen vom Beruf und der Praxis, die ich durch den Wettbewerb hatte, haben sich jetzt durch meine Ausbildung bestätigt", beschreibt der angehende Koch. Schon bei den verschiedenen Ausbildern, bei denen er sich um eine Lehrstelle beworben hatte, ist die Erdgaspokal-Urkunde sehr gut angekommen, habe großes Interesse hervorgerufen. Aber viele kannten den Wettbewerb auch aus den Medien. Schon immer hatte Thomas mit Lebensmitteln zu tun und zuerst überlegt, Bäcker zu werden. "Es reizt mich, viele Menschen kennen zu lernen und ihre Wünsche zu bedienen", sagt der Jungkoch heute über seinen vielfältigen Beruf und ergänzt: "Jeder Tag ist neu und voller Abwechslung. Man kann viel experimentieren."
Aus Hessen:
Tom Müller aus Vellmar im Regierungsbezirk Kassel nahm am 8. und 9. Erdgaspokal teil und wurde in beiden Schuljahren mit seinem Kochteam von der Gesamtschule Ahnatal in Vellmar Erdgaspokal-Landesmeister Hessens. 2006/2007 konzentrierte sich Tom auf den erfolgreichen Abschluss der 10. Klasse und beginnt danach, im Sommer 2007, seine Kochausbildung. Die Liebe zu diesem kreativen Beruf wurde ihm schon mit in die Wiege gelegt. Seine Eltern führen gemeinsam mit der Oma das Restaurant Ahnepark in Vellmar. "Schon als Kind habe ich mir das Kochen von Oma und Mutter abgeschaut", erzählt Tom. Ihn reizt daran, die Vielfalt verschiedener Produkte und Zutaten ausprobieren zu können. Am liebsten bereitet er derzeit Gerichte der klassischen, gutbürgerlichen, deutschen Küche zu. Die Fähigkeiten und Grundlagen dazu hat er sich aber nicht nur daheim angeeignet, sondern auch im Unterricht und bei den Vorbereitungen auf den Schülerkochwettbewerb. "Zum Probekochen konnten wir dabei einige Male die moderne Küche der Elisabeth-Knipping-Schule in Kassel nutzen", erzählt Tom. "Das waren tolle Bedingungen und sehr aufgeschlossene Ausbilder. Deshalb freue ich mich, dass ich genau hier, an dieser Schule, meine Ausbildung absolvieren kann." Die Praxis wird sich Tom Müller im elterlichen Betrieb aneignen.
Aus Sachsen:
Alexander Goßler holte mit seinem Team der "Schule am Adler" Leipzig beim sechsten Erdgaspokal im Schuljahr 2002/2003 den sächsischen Landesmeistertitel. Er schloss 2006 eine sehr gute gastronomische Ausbildung im Restaurant "Merkle's Rebstock Endingen" am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg ab. Der Kontakt dorthin war durch seinen Vater entstanden, der selbst Koch ist und unter anderem den Erdgaspokal als Juror unterstützt. Vor allem im Feinschmeckerbereich sei der Inhaber des Restaurants, Thomas Merkle, ein sehr erfahrener Küchenchef. Sein erstes Lehrjahr empfand Alexander als sehr hart, sogar als nervliche Belastung. "Alles musste perfekt sein und das war sehr schwer, mein Chef sehr streng. Heute betrachtet, war das aber sehr gut. Denn ich wusste danach, ich schaffe es," sagt der junge Mann, den es im Anschluss seit Oktober 2006 zunächst befristet für ein Jahr ins "Hotel Atlantic Kempinski Hamburg" verschlagen hat - ein ganz schöner Unterschied und eine völlig neue Erfahrung vom Familienbetrieb hin zu 42 Leuten in der Hotelküche. Seine Kollegen haben sich aber viel Zeit zur Einarbeitung genommen. Hygiene findet bei der Arbeit im Hotel besonders Beachtung, um das hohe Niveau zu halten. "Es gefällt mir in Hamburg, obwohl man immer früh raus muss und stark unter Druck steht", meint Alexander. Jeder Tag sei anders und bringe neue Herausforderungen. Der Gästekontakt sei bisher relativ selten gewesen, manchmal am Buffet, wird aber mitgeschult. Der Blick in die Zukunft des Jungkochs: Er würde schon gern in der Kempinski-Hotelkette bleiben, könnte sich auch das Kochen im Ausland gut vorstellen. "Der Erdgaspokal hat mir viel gebracht, um mich beruflich zu orientieren und es hat Spaß gemacht."
Constanze Schramm gewann mit ihrer Mannschaft der "Schule am Adler" Leipzig den fünften Erdgaspokal der Schülerköche im Schuljahr 2001/2002. Heute absolviert die ehemalige Teilnehmerin im Flughafen Hannover bei Mövenpick eine Ausbildung zur Systemgastronomin. Schwerpunkte in diesem Beruf sind unter anderem Fullservice, Buffetsysteme, Einkauf, Warenannahme, Büromanagement und Catering.
Zum einen hat sie Blockunterricht, der sehr abwechslungsreich ist. Für den praktischen Teil hat sie sich bewusst solch ein großes Unternehmen gesucht. "Vorteile sehe ich dabei, weltweit arbeiten zu können und generell mit vielen Kulturen in Berührung zu kommen", beschreibt Constanze.
Am Umgang mit Menschen ist sie interessiert. Nebenbei hat sie einen Englischkurs belegt. Denn sie hat klare Vorstellungen von ihrem zukünftigen Berufsleben. Sie will aufs Schiff AIDA und möglichst ihre Ausbildung in verkürzter Zeit (ein halbes Jahr früher, im Januar 2008) schaffen. Auch über für manche mögliche Nachteile des Berufs wie Schichten, Wochenend- und Feiertagsarbeit, hat sie sich Gedanken gemacht. Diese spielen für sie aber weniger eine Rolle. Auch für sie war der Erdgaspokal entscheidend: "Durch die Teilnahme am Wettbewerb habe ich einiges für mein Leben gelernt, zum Beispiel Ruhe zu bewahren in Stress-Situationen, auf Hygiene und Sauberkeit besonders achten."
Wie Alexander Goßler und Constanze Schramm kommt auch Romy Tatusch aus der "Schule am Adler" Leipzig. Sie hat sich mit ihrer Mannschaft beim neunten Erdgaspokal kreativ eingebracht und es im Durchgang 2005/2006 bis auf den zweiten Platz in der Regionalmeisterschaft geschafft.
Viel dazugelernt habe sie dabei bei ihrer wettbewerbserfahrenen Lehrerin und Teambetreuerin Dagmar Siefke. Seit 2006 hat das Mädchen nun einen Ausbildungsplatz im Radisson SAS Leipzig, als eine von insgesamt neun Auszubildenden. In viele Bereiche ist das junge, aufgeschlossene Team integriert. "Man kann sich hier viel mit den Augen klauen, vor allem, wenn etwas ganz Spezielles zubereitet wird. Wir bekommen alles gezeigt", erzählt Romy. An das Drei-Schichten-System habe sie sich bereits nach kurzer Zeit gewöhnt. "Der Beruf bringt Spaß, man kann kreativ sein, sich ausprobieren und der Kontakt zu den Gästen zum Beispiel am Buffet ist toll", schildert sie eher die Vorzüge. In der ganzen Welt arbeiten zu können, findet Romy perspektivisch gesehen spannend, möchte aber zunächst ihre Lehre schaffen. "Ich bin zwar im Moment froh, noch in Leipzig zu sein, es wäre aber auch kein Problem, mal woanders hinzugehen und sich umzuschauen", meint sie. Beispielsweise würde sie ebenfalls die Arbeit auf einem Schiff reizen.
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